Hochdynamische Märkte und sich ständig ändernde Anforderungen an die Industrie stellen vor allem Fertigungsunternehmen vor neue Herausforderungen. Es gilt, die neuen Möglichkeiten und Technologien gewinnbringend einzusetzen und die richtigen Schritte in Richtung zukunftsfähiger Fertigung zu gehen.

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Was sind jedoch diese richtigen Schritte? Immer öfter fällt in diesem Zusammenhang der Begriff Fertigungsplattform, erklärt das Unternehmen Industrie Informatik, ein Anbieter von Manufacturing Execution Systemen (MES).

Die Industrie habe die Notwendigkeit von Digitalisierungsmaßnahmen erkannt. Ein Manufacturing Execution System bilde nach wie vor die stabile Basis für die Abwicklung digitaler Fertigungsprozesse ab. Fertigungsnahe Kernfunktionalitäten würden auch mittelfristig in einem leistungsstarken MES beheimatet sein.

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„Was wir allerdings nicht vergessen dürfen, ist die rasante, technologische Entwicklung in allen Bereichen, die uns schon heute neue Möglichkeiten eröffnet“, betont Bernhard Falkner, CTO von Industrie Informatik. „Das Industrial Internet of Things, IIoT, ist auf dem Vormarsch und reif für Umsetzungsszenarien. Softwaresysteme, Technologien und Anwendungen kämpfen um ihren festen Platz in der Wertschöpfungskette und der Anwender steht im Zentrum dieser technologischen Vielfalt und versucht, ihrer Herr zu werden. An dieser Stellt kommt erstmals die viel genannte Fertigungsplattform der Zukunft ins Spiel.“

Wie ein Dirigent

Die Automatisierungspyramide, wie wir sie heute kennen, unterliegt einem Wandel und wird sich in den kommenden Jahren nach und nach auflösen, so der Experte. Monolithische, abgeschottete Softwaresysteme weichen flexiblen Anwendungen, Prozessen und Microservices.

Ein MES alleine werde die steigenden Anforderungen an eine digitale Fabrik nicht mehr abbilden. Vielmehr wähle der User künftig seine ›Bausteine‹ aus der Systemvielfalt – und zwar unabhängig von Hersteller und technologischer Basis. „Eine zukunftsfähige Fertigungsplattform hat nicht weniger als die Aufgabe, all die nötigen Einzelkomponenten zusammenzuführen und zu orchestrieren.“

Grundvoraussetzung dafür ist die Öffnung dieser Plattform in Richtung einer wachsenden Systemlandschaft und den damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten. Eigene, periphere und fremde Lösungen müssen problemlos angebunden und integriert werden können. Der Schlüssel liegt in einer – wie auch immer gearteten – offenen Schnittstellen- und Kommunikationsebene.

Integrativer Ansatz für flexible Produktion

Nicht alle Bausteine der digitalen Fabrik müssen und können künftig aus ein und derselben Hand kommen, erläutert Falkner. Anbieter von fertigungsnahen Systemen seien gefordert, ihre Produkte danach auszurichten. „Vor allem bei peripheren Anwendungen wird man künftig auf das Know-how spezialisierter Partner setzen. Dieser integrative Best-of-Breed-Ansatz garantiert dem User die bestmöglichen Lösungen für seine individuellen Einsatzzwecke und damit maximale Flexibilität in der Gestaltung seiner Systemlandschaft.“ Zudem würden die Softwareproduzenten selber die Chance erhalten, den Fokus auf ihre eigenen Kerngebiete zu legen und sich dort weiterzuentwickeln.

Dank einer leistungsfähigen und integrativen Fertigungsplattform profitieren User von einer flexiblen Produktion die es heute braucht, um auf dem schnelllebigen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, hebt der Experte hervor. „Prozesse können damit schnell und dynamisch an neue Gegebenheiten angepasst werden.“

Je nach Know-how und User-Anforderungen können verschiedenste Bausteine völlig eigenentwickelt oder mittels Low-Code-Plattform erstellt werden. „Wir sprechen hier von einer massiv optimierten Time2Solution. Somit kann die zukunftsfähige Fertigungsplattform ihre Stärken in neuem, ungeahntem Ausmaß entfalten und den Weg zur Smart Factory ebnen.“

Auf den Markt hören

Bei allen technologischen Möglichkeiten ist allerdings auch Vorsicht geboten, mahnt Falkner. Nicht jedes Unternehmen kann und wird von Beginn an das volle Leistungsspektrum der digitalen Fertigungsoptimierung ausschöpfen können. Der Weg dorthin ist ein steter und baut zumeist auf eine langjährige Entwicklung auf.

Viele Fertigungsbetriebe sehen ihre Ziele auch nicht automatisch an der Spitze der Digitalisierungsmöglichkeiten, sondern irgendwo dazwischen. „Abstufungen wird es hier immer geben und das ist auch gut so.“ Lösungsanbieter sind gefordert in engem Austausch mit dem Markt Bedürfnisse zu erfassen und diese kundenorientiert zu realisieren.

Kommunikations- und Individualisierungsmöglichkeiten, die eine neue Fertigungsplattform mit sich bringt, werden heute definitiv gefordert und ebnen den Weg in die digitale Zukunft, ist sich Falkner sicher. Nur mit der richtigen Herangehensweise und kompetenten Umsetzungspartnern schaffe man die Verschmelzung der industriellen und digitalen Welten.