Christian Genheimer

Im exklusiven Interview gibt der Geschäftsführer von Weiss Auskunft zur strategischen Ausrichtung im Allgemeinen sowie über aktuelle Produktentwicklungen zur Motek im Speziellen.

30. September 2019
Christian  Genheimer

Herr Genheimer, seit zwei Jahren sind Sie als Geschäftsführer bei Weiss.Accurate und seit Anfang 2019 auch bei der Weiss GmbH sowie als Managing Director bei Weiss.Fastlane tätig. Was macht die Tochterunternehmen aus?

Um unser recht breites Portfolio noch besser auf Kundenanforderungen auszurichten, haben wir uns vor zwei Jahren entschlossen, unsere Produkte innerhalb der Weiss-Gruppe in Produktlinien weiterzuentwickeln. Die Weiss.Accurate verantwortet Achssysteme, Weiss.Cube die Delta-Roboter und die Weiss.Fastlane entwickelt unsere linearen Transfersysteme weiter. Vertrieben werden unsere Produkte und Services aber nach wie vor über die weltweiten Weiss-Vertriebseinheiten.

Vor zwei Jahren stellte Weiss das lineare Transfersystem Fastlane One vor, das in Zusammenarbeit mit B&R entstand. Es sollte seinerzeit einen Meilenstein im Markt der linearen Transportsysteme markieren. Wo steht das Produkt Fastlane One heute?

Weiss arbeitet weiterhin sehr gezielt mit B&R an der Marktreife des Fastlane One. Gerade im vergangenen Jahr haben wir sehr gute Fortschritte in der Feinabstimmung getätigt. Indes arbeiten wir aber auch an einer ganzen Produkt- familie, wobei »Fastlane« der Namensgeber für die gesamte Produktlinie sein wird. Das zweite Familienmitglied, das wir in die Entwicklung genommen haben, ist das LS Hybrid, eine Kombination aus Kurvenantrieb und Linearmotormodul. Für beide Produkte konnten wir für die finale Auslegung Pilotkunden gewinnen und damit den Serienstart in 2020 sicherstellen. Somit haben wir ein ganzheitliches Portfolio, das vom mechanischen Kurvenantrieb, unserem LS280, über das LS Hybrid bis hin zum reinen Linearmotorantrieb, dem Fastlane One, reicht.

Was unterschiedet ihr zweites Produkt aus der Fastlane-Produktfamilie, das Lineartransfersystem LS Hybrid, von Fastlane One?

Das LS Hybrid ist ein hybrides System mit so- wohl kurvenangetriebenen Strecken als auch Linearmotorstrecken. Dieses hybride System stellt das Optimum aus Technologie und Wirtschaftlichkeit dar. Die teurere Linearmotorstrecke kommt nur dort zum Einsatz, wo sie vom Prozess her benötigt wird. Je nach Kundenanforderung sorgt der Kurvenantrieb für hohen Output, Schnelligkeit und Präzision, die Linearmotorstrecke für freie Positionierbarkeit. Im Fokus steht immer der optimale Kundennutzen. Um auch die Inbetriebnahmezeiten für den Kunden zu optimieren, können wir schon in der Angebotsphase auch digitale Lösungen und Produktsimulationen anbieten.

»Die Produkte der Fastlane-Familie sehen wir als das zentrale, künftige Konzept in der Automatisierung: schnell und präzise in Linie.«

— Christian Genheimer, Geschäftsführer, Weiss GmbH

Die Produkte der Fastlane-Familie sehen wir als das zentrale, künftige Konzept in der Automatisierung: schnell und präzise in Linie.

Mit welchen Innovationen können die Besucher der Motek an Ihrem Stand rechnen?

Die diesjährige Motek steht unter dem Motto: World of Weiss – von der Einzelkomponente bis zum Komplettsystem. Wir zeigen anhand eines großen Exponats alle Produkte von Weiss in einem kompletten Automationsprozess: als Plattform das lineare Transportsystem LS Hybrid, dessen Prototyp wir bereits auf der vergangenen Motek gezeigt hatten, taktende und direktangetriebene Rundtische und Ringrundtische, hochpräzise Achsen, Linearportale, Pick-and-Place-Module und als Premiere unseren neuen Delta-Roboter. Alle Komponenten werden in unser eigenes Steuerungspaket integriert, konfigurier- und bedienbar sein. Das ist für uns maximaler Kundennutzen.

Erschienen in Ausgabe: 06/2019