Im Dreiklang für Flexibilität

Softwarehersteller und Automatisierungsspezialist Copa-Data präsentiert auf der SPS Ansätze für den modularen Anlagenbau in der Prozessindustrie.

04. November 2019
Im Dreiklang für Flexibilität
In modularen Anlagen werden die einzelnen MTPs in das Leitsystem auf eine höhere Automationsebene importiert. Von dort aus werden alle Funktionen der einzelnen Module orchestriert. (Bild: Copa-Data)

Der Markt für Hersteller der Prozessindustrie verändert sich schneller als je zuvor, so das Unternehmen. Immer kürzere Time-to-Market-Zeiten und kleinere Chargen würden höhere Flexibilität und Effizienz erfordern. Experten setzen demnach große Hoffnungen in die Modularisierung von Anlagen, um die künftigen Anforderungen an die Prozessindustrie zu bewältigen.

Wenn Anlagen Plug and Produce gewährleisten, eröffnen sie laut Copa-Data großes technisches und wirtschaftliches Potenzial. Konventionell aufgebaute prozesstechnische Anlagen könnten die Einführung neuer Produkte sowie veränderte Produktionsmengen oft nicht effizient bewältigen.

Modularisierung, Konnektivität und Orchestrierung laute der Dreiklang, hinter dem sich enormes Zukunftspotenzial verberge. Zenon, die Software für Industrieautomatisierung des Unternehmens, bilde den gesamten Prozessablauf dieses Dreiklangs ab und biete die Grundlage, die Produktion in der Prozessindustrie auf eine neue Ebene zu heben.

„Im Kontext von Smart Factory wird oft nur über die Möglichkeiten geredet, Daten zu sammeln. Doch Daten ohne Bezug sind für den Anwender wertlos. Bei der Modularisierung von Prozessanlagen stehen Konnektivität und Orchestrierung im Mittelpunkt. Darin steckt großes Zukunftspotenzial – nicht nur für die Prozessindustrie“, sagt Jürgen Schrödel, Managing Director Copa-Data Deutschland. „Deshalb stellen wir das Thema Plug and Produce bei der diesjährigen SPS in den Mittelpunkt und zeigen an Hand konkreter Beispiele, was heute schon möglich ist und wohin die Reise in Zukunft gehen wird.“

Eine Anlage setzt sich aus autarken Anlagenmodulen zusammen. Ein Modul wird etwa auf einen bestimmten Prozessschritt, eine Automationskomponente oder die gesamte Anlage digital abgebildet. Je kleiner die Module, desto flexibler ist das System. Nach dem Baukasten-Prinzip lassen sich Anlagen aus einzelnen Bausteinen je nach Bedarf immer wieder neu zusammenstellen. Für Betreiber bedeutet das Effizienzsteigerung und Kostenersparnis. Denn ein Großteil des Engineerings findet bereits im Modul-Engineering statt. Fertige Module können beliebig oft eingesetzt werden.

Copa-Data zeigt auf dem Stand am Beispiel eines aktuellen Projekts mit Merck die Integration von MTPs sowie die Orchestrierung für die Anwendung im Laborumfeld. MTP (Module Type Package) beschreibt einheitlich die verfahrenstechnischen Aspekte eines Anlagenmoduls und ist die Schnittstelle zwischen Verfahrens- und Automationstechnik. Hierbei handelt es sich um eine offizielle und herstellerübergreifende Norm (VDI/VDE/NAMUR 2658). Sobald die einzelnen MTPs in das Leitsystem auf einer höheren Automationsebene importiert sind, werden dort alle Funktionen automatisch zur Verfügung gestellt und von dort aus orchestriert.

Copa-Data auf der SPS: Halle 7, Stand 590