Seit über 30 Jahren entwickelt und produziert die Cabka Group Ladungsträger aus recyceltem Kunststoff. Von leichten Export- und stabilen Logistikpaletten über Palettenboxen bis hin zu Sonderanfertigungen – in der Aufbereitung von Haushalts- und Industrieabfällen zu hochwertigen Endprodukten hat das Unternehmen eine Vorreiterrolle inne. Als einer der ersten Hersteller produzierte die Cabka Group leichte Kunststoffpaletten für den weltweiten Warentransport. Seither finden die Ladungsträger in der Chemie- und Pharmaindustrie, im Einzelhandel, der Lebensmittel- und Getränkebranche sowie der Automobilindustrie ihre Verwendung.

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Mit dem Ziel, seinen Kunden den Transport von Gütern so sicher und effizient wie möglich zu machen, beschäftigt die Cabka Group rund um den Globus insgesamt 700 Mitarbeiter. Neben dem deutschen Hauptsitz in Berlin sowie Werken in Spanien und Belgien verfügt das Unternehmen über eine Fertigung in St. Louis, Missouri. Im 24-Stunden-Betrieb werden hier täglich etwa 5.000 Kunststoffpaletten produziert.

Modernste Fertigungs- und Robotertechnologien

Die Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche profitiert insgesamt von einer guten Konjunktur ihrer abnehmenden Industrien. Entsprechend hart umkämpft ist der Markt und der Investitionsdruck hoch. Um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben, stellt die Cabka Group am US-amerikanischen Standort ihren innovativen Pioniergeist daher nicht nur in der Nutzung von Sekundärrohstoffen unter Beweis. »In der gegenwärtigen Produktionswelt müssen wir einfach automatisieren«, erzählt Patrick Garin, Präsident von Cabka North America. In dem 37.000 Quadratmeter großen Werk startete er unlängst ein Pilotprojekt zur Vollautomatisierung.

Dort, wo zuvor Paletten an einer Spritzgussmaschine manuell geschnitten, gestapelt und mit Gabelstaplern abtransportiert wurden, kommen nun modernste Fertigungs- und Robotertechnologien zum Einsatz. »Eine unserer größten Herausforderungen ist die Suche nach Mitarbeitern. Die niedrige Arbeitslosenquote hier in der Region macht es sehr schwierig, ausreichend geeignete Leute zu finden«, erklärt Garin. In der Automatisierung von eintönigen und körperlich belastenden Tätigkeiten, die kaum jemand mehr übernehmen will, sieht Cabka North America den Schlüssel, um qualifizierte Fachkräfte für höherwertige Aufgaben zu entlasten und zuverlässig produzieren zu können.

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Eine entscheidende Rolle im optimierten Produktionsablauf spielt ein autonomer mobiler Roboter von Mobile Industrial Robots (MiR). Er agiert als flexible Schnittstelle zwischen der Fertigung und der Qualitätsprüfung – vollkommen selbstständig und ohne menschliches Zutun. Dafür platziert ein Sechsachsroboter Kunststoffpaletten auf einer Abhol- und Lieferstation (MiR Pallet Rack). Ausgestattet mit einem sogenannten Pallet Lift nimmt der mobile Roboter vom Modell MiR500 die Waren dort auf und fährt sie in einen separaten Bereich, wo die Belegschaft sie überprüft und für die Auslieferung verpackt.

Mitarbeiter first

»Durch den MiR-Roboter verhindern wir, dass sich Palettenstapel in der Produktion ansammeln, und halten die Werksflure für den Materialtransport aufgeräumt«, beschreibt Wayne Kearney, Produktionsleiter bei Cabka North America, die Situation. »In Zukunft sollen Palettenhubwagen und Gabelstapler hier komplett raus.« Die Gänge entlang der Fertigungsmaschinen sind schmal und stark frequentiert. Teilen sich Gabelstapler und Mitarbeiter diesen Raum, ist für alle Parteien besondere Vorsicht geboten. Kearney dazu: »Bei Hubwagen oder Gabelstaplern besteht immer das Risiko, dass sie jemanden anfahren. Bei dem mobilen Roboter brauchen wir uns da gar keine Sorgen machen. Er bleibt einfach sofort stehen, wenn ein Mitarbeiter seinen Weg kreuzt.« Wendig und zuverlässig agiert der MiR500 in unmittelbarer Nähe der Belegschaft. Seine hochwertige Sensortechnologie und integrierten Sicherheitsalgorithmen machen diese Zusammenarbeit mit dem Menschen möglich. So manövriert er selbst in beengten Einsatzumgebungen sicher.

Neben der höheren Arbeitssicherheit war die Benutzerfreundlichkeit des mobilen Roboters wesentlich für den Projekterfolg. »Schon beim Auspacken macht es einem der MiR-Roboter sehr einfach. Man schaltet ihn ein und kann ihn direkt aus seiner Lieferkiste fahren. Im Anschluss geht es dann an das Kartieren des Gebiets. Erste Wegpunkte und Missionen sind in wenigen Minuten gesetzt und erstellt«, verdeutlicht Craig Bossler. Der Techniker bei Cabka North America arbeitet seit der ersten Stunde mit dem mobilen Roboter zusammen. Für ihn habe sich die Technologie von Mobile Industrial Robots als einfachster Teil des Automatisierungsvorhabens erwiesen. Visuell ansprechend und modern aufbereitet, ähnelt die Bedienoberfläche der MiR-Roboter dem Nutzererlebnis eines Smartphones. Damit lernen selbst ungeübte Anwender schnell, den Roboter einzurichten und zu programmieren. »Der Vorteil des MiR-Roboters besteht klar darin, die Arbeit einfacher zu machen«, so Garin.

Ebenso schätzt Bossler die Stabilität und Belastbarkeit des mobilen Roboters: »Wir sind mit der Nutzlast des MiR500 sehr zufrieden. Er ist bisher mit allem zurechtgekommen, was wir auf ihm gestapelt haben. Außerdem ist er sehr stabil, fährt sicher geradeaus und in Kurven und meistert Erhebungen zuverlässig.« In Ergänzung zu seinen kleineren Geschwistern MiR100 und MiR200, ebenfalls benannt nach ihrer Traglast in Kilogramm, ist der MiR500 speziell für den robusten Betrieb im industriellen Umfeld ausgelegt. »Der mobile Roboter kommt locker mit allen möglichen Unebenheiten klar«, ergänzt Bossler. Täglich legt der MiR500 bei Cabka North Amercia so eine Strecke von etwa fünf Kilometern zurück – eine Wegersparnis, die letztlich der Belegschaft zugutekommt. »Wir haben viele gute Leute hier, aber die kommen einfach nicht hinterher. Der autonome mobile Roboter entlastet sie, sodass sie sich wieder stärker auf die Qualitätsprüfung und die Beratung von Kunden konzentrieren können«, erläutert Garin.

Eine ganze Flotte von Helfern

Für Cabka North America ist das Pilotprojekt der erste Schritt hin zu einer wettbewerbsfähigeren und sichereren Fertigung. Die restlichen Spritzgussmaschinen werden Garin und sein Team in naher Zukunft automatisieren. Weitere MiR-Roboter sollen dann auch hier die Mitarbeiter unterstützen. »Wir wollen nicht nur einen mobilen Roboter pro Maschine einsetzen, sondern mehrere MiR-Roboter, die umherfahren und die Maschinen flexibel bedienen«, betont Kearney, der mit einer solchen Flotte von Transporthelfern eine dynamische und hocheffiziente Produktionshalle gestalten will. Jeder MiR-Roboter soll dann stets zum richtigen Zeitpunkt automatisch dort hinfahren, wo er gebraucht wird. So kommt die Fertigung niemals ins Stocken. Auch Garin hat große Pläne mit der Technologie: »Eines der langfristigen Ziele ist, die MiR-Roboter im Lager zu nutzen«, skizziert er. »Hier haben wir bisher keine Nachtschicht. Die Transportroboter könnten das ändern und etwa Aufträge für den nächsten Tag vorbereiten. Am Morgen würden unsere Produkte dann im Prinzip schon fertig und verladebereit an der Rampe stehen.«

Begeistert vom Innovationspotenzial der Roboter erwartet Garin, dass weitere Cabka-Standorte dem Beispiel des nordamerikanischen Werks folgen werden. »Wir laden unsere Kolleginnen und Kollegen aus anderen Unternehmensteilen immer wieder ein, um ihnen das Projekt zu zeigen. Unser Fortschritt ist auch für sie interessant.« So wird sich die Fertigung der Zukunft bei Cabka bald schon ihren Weg über den großen Teich bis an die europäischen Standorte bahnen.