Maschinenschützer

Anlagensicherheit - Große und schwere Werkstücke werden meist in Portalfräsmaschinen bearbeitet. Seit 25 Jahren fertigt Matec solche Maschinen. Zum Schutz der Leitungen und Mechanik setzt das schwäbische Unternehmen die robusten Lamellenfaltenbälge von Hema ein.

30. September 2019
Maschinenschützer
Die Matec 30 PP ist nach dem Baukastenprinzip konstruiert. (Bild: Hema)

Die in Köngen bei Stuttgart ansässige Matec GmbH legt Wert auf höchste Präzision und Vibrationsfreiheit und stattet ihre Maschinen deshalb mit groß dimensionierten Portalquerschnitten aus. Das Unternehmen konstruiert die Fräsmaschinen nach dem Baukasten- prinzip und kann sie daher ganz individuell an die Kundenanforderungen anpassen. Darüber hinaus vereinfacht dieses System die Aufrüstung und Wartung der Maschinen erheblich.

Als Grundlage des Baukastens dienen die Standard-Maschinen von Matec, die je nach Bedarf mit vielen Optionen ergänzt werden können. Dazu zählen neben den Portalmaschinen auch 3-, 5- und 6-Achs-Bearbeitungszentren. Jedem Kunden wird ein genau auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Anlagenkonzept zur Verfügung gestellt, das einzigartig ist und ihm einen technologischen Vorsprung sichert. Laut Matec soll sich so eine Reduzierung der Stückkosten im mittleren zweistelligen Prozentbereich erzielen lassen.

Die Portalmaschinen von Matec sind auf größtmögliche Leistung bei geringstem Platzbedarf ausgerichtet. Ihre außerordentliche Stabilität und Präzision erhalten sie durch die besondere Bauweise des Portalbalkens. Dank der daraus resultierenden hohen geometrischen Steifigkeit erzielen die Maschinen in der Bearbeitung höchste Konturtreue und eine sehr gute Oberflächenqualität am Werkstück. Eine Vielzahl an Hauptspindeln erlaubt die Bearbeitung vieler Arten von Werkstoffen. Ein Beispiel hierfür ist die Matec 30PP. Sie wurde speziell für die Einzel- und Serienfertigung von großen und schweren Teilen konstruiert, wie sie beispielsweise im Werkzeug- und Formenbau anzutreffen ist.

Besonderheit der Maschine

Die Maschine besitzt einen bewegten Tisch und ein statisches Portal. Sie bietet von allen Seiten einen guten Zugang zum Werkstück und benötigt verhältnismäßig wenig Platz. Eine Besonderheit der Matec 30PP ist der neu entwickelte Maschinentisch, der als Palettenwechsler konzipiert wurde und den Werkstückwechsel nahezu ohne Umrüstzeiten ermöglicht. Zum Schutz der Mechanik und der Leitungen hat Matec den Palettenwechslerantrieb mit einem Samurai-Lamellenfaltenbalg der Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH ausgestattet.

Rundum geschützt

Das Besondere an den Samurai-Faltenbälgen ist die formschlüssige Abdichtung der Lamellenbleche aus rostfreiem Stahl, die an der Oberkante der Falten befestigt sind und diese verstärken. Hierdurch wird ein wirkungsvoller Schutz gegen heiße oder scharfkantige Späne erreicht. Bei den in enger Abstimmung mit den Matec-Ingenieuren entworfenen Abdeckungen für die 30PP-Serie wurde der Anpressdruck der Lamellen nochmals verstärkt, sodass eine glatte, dichte Oberfläche entsteht. Ein Anhaften von Spänen wird so deutlich erschwert, und die leicht angeschrägte Satteldachform des Faltenbalgs sorgt dafür, dass die Späne seitlich herunterfallen. Darüber hinaus ist die Lamellenkonstruktion kühlmittelbeständig sowie thermisch versiegelt. Die X-Achse des Portals wurde von Hema ebenfalls mit einem Samurai-Faltenbalg ausgestattet, um sie vor Spänen und Kühlschmierstoffen zu schützen.

Individuell zugeschnitten

Auch Hema geht bei der Konzeption seiner anwenderspezifischen Schutzsysteme nach dem Baukasten-Prinzip vor, etwa beim System Cube. Die hauseigene Blechfertigung mit Laserschneidanlagen und Abkantpressen ermöglicht die schnelle Anfertigung unterschiedlichster Lamellenformen. Für die Maschinenkonstruktion können Breite und Höhe des Außenrahmens mitsamt den darin verbauten Schutzabdeckungen anhand einer einfachen Formel berechnet und für die Konstruktion zugrunde gelegt werden. Die Hema-Konstrukteure sind auf diese Weise in der Lage, schnell verschiedene Anwendungsvarianten zu ermitteln, in eine optimale Lösung zu überführen und innerhalb kürzester Zeit ein individuelles Angebot zu erstellen.

Je nach Belastung und Maschinengeschwindigkeit wird die Faltenbalgführung als Roll- oder Gleitschienenführung beziehungsweise als konventionelle Gleiterführung ausgelegt. Entsprechend der Anforderung aus Verfahrgeschwindigkeit und Hub berechnen die Ingenieure die Abmessungen der Rückwand und stellen die einzelnen Komponenten entsprechend zusammen.

In modernster CNC-Technologie gefertigt

Für die Fertigung der Faltenbälge greift Hema auf eine große Auswahl an hochqualitativen Spezialmaterialien (mit PTFE-Beschichtung, hitzebeständiges Preotex) zurück. Alle Komponenten werden auf modernsten, rationellen CNC-Fertigungsmaschinen maßgenau bearbeitet und zugeschnitten. Intelligente Verbindungstechniken sichern den dauerhaften Verbund der Teile. Die überlappenden Teleskop- bleche werden direkt auf den Falten montiert und schützen die Faltenbälge wirkungsvoll gegen heiße und scharfkantige beziehungsweise schnell fliegende Späne.

Die lasergeschnittene Rahmenkonstruktion wird aus stabilem und verwindungssteifem Stahlblech hergestellt und die individuellen Befestigungsoptionen werden darin integriert. Eine lückenlose Dokumentation und Prüfung nach ISO 9001:2015 gewährleistet, dass sich bei Verschleiß alle Bauteile jederzeit reproduzieren und ersetzen lassen. Jede Komplettlösung wird nach abschließender Qualitätskontrolle montagegerecht und betriebsbereit als Einheit beim Kunden angeliefert und kann direkt in die Maschine eingebaut werden.

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 22 bis 23