Per Funk verheiratet

RFID - Möbelteilehersteller setzen für eine liefertreue Produktion auf transparente Teileverfolgung. Reichert Holztechnik vertraut hier auf RFID-Technik von Siemens. So lässt sich zu jeder Zeit präzise sagen, wo sich welches Teil im Prozess befindet und welchen Produktionsstatus es hat.

18. Juni 2019
Per Funk verheiratet
RFID-Box an einem Handarbeitsplatz. Hier erfassen zwei externe Antennen (RF680A) an einem Reader (RF680R) alle Teile und deren Bearbeitungszustand auf einem Transportwagen. (Bild: Siemens, Wolfgang Geyer)

Reichert Holztechnik in Pfalzgrafenweiler (Baden-Württemberg) fertigt Sichtteile für Küchen-, Bade- und Wohnzimmermöbel und stand vor der Herausforderung, bei der auftragsbezogenen Möbelteilefertigung in teilweise sehr kleinen Losgrößen alle Teile zu jeder Zeit im Blick zu behalten. Erschwerend kam hinzu, dass es auch abseits des Produktionsflusses angesiedelte Handarbeits- und Reparaturplätze gibt. »Mit zunehmender Produktvarianz, Prozesskomplexität und angesichts immer strafferer Lieferzeiten hat die bislang nur auftragsweise mögliche Produktionsüberwachung eine Schwäche offenbart«, sagt Jürgen Gaiser, technischer Leiter bei Reichert. »Das meist händisch oder mithilfe von Barcodelesern realisierte Rückmelden zur Statuskontrolle von Einzelteilen und Kommissionen erwies sich als zu aufwendig und unpräzise.« Abhilfe schaffen sollte ein neues ERP (Enterprise-Resource-Planning)-System sowie das im UHF (Ultrahochfrequenz)-Spektrum arbeitende RFID-System Simatic RF600 von Siemens. Für die Umsetzung war mit der Uhltronix GmbH ein erfahrener Systemintegrator verantwortlich.

Transparente Prozesse

Mit dem RFID-System Simatic RF600 ist es möglich, einzelne oder mehrere Teile im Pulk schnell, sicher und eindeutig zu identifizieren – auch aus größerer Entfernung und im Durchlauf, etwa auf Förderstrecken oder Transportwagen. Dazu werden teilweise unsichtbar RFID-Transponder in die Möbelfronten eingelassen, durch die die Werkstücke automatisch identifiziert werden.

Die RFID-Lösung wurde mit nur vier verschiedenen Simatic-RF600-Komponenten realisiert: Handlesegeräten (RF650M), Readern mit integrierter adaptiver Antenne (RF685R) für höchste Leseraten, auch in funktechnisch schwierigem Umfeld, Readern mit bis zu vier Anschlüssen für externe Antennen (RF680R) und besagten Antennen (RF680A) für bestmöglichen Empfang.

Die stationären Reader sind mit Schutzklasse IP65 und integriertem Profinet-Anschluss für den Einsatz im Produktionsumfeld konzipiert und konnten direkt in die Automatisierungslösung integriert werden. »Wir haben dazu eine Zwischenebene mit je einer dezentralen Vor-Ort-Steuerung Simatic S7–1200 generiert, die beispielsweise einen Label-Drucker steuert, Zählaufgaben übernimmt oder die Klassifizierung von Nacharbeitsschritten an den Stationen ermöglicht«, erklärt Uhltronix-Geschäftsführer Markus Uhl. »So können wir jederzeit einfach weitere Stationen einbinden, ohne die Grundstruktur verändern zu müssen.«

Aktuell umfasst die Lösung bei Reichert elf RFID-Stationen mit individuell an die jeweiligen Prozessschritte angepassten Funktionen. Damit kann der Hersteller die Teile, die ohne Ausnahme per RFID markiert sind, per Knopfdruck orten und deren Zustand abrufen. So ist jederzeit eine exakte Aussage zum aktuellen Produktionsstatus möglich und das Unternehmen kann zudem bei Bedarf schnell reagieren und so die Liefertreue seinen Kunden gegenüber hochhalten.

Erschienen in Ausgabe: 04/2019
Seite: 36

Schlagworte