Modig Machine Tool ist ein mittelständisches Unternehmen mit Stammsitz in Virserum, einem 1.700-Seelen-Ort im Südosten von Schweden, das in der Luftfahrtindustrie ein ausgesprochen hohes Ansehen genießt. Denn seine CNC-Maschinen gehören weltweit zu den besten am Markt, die es für die Bearbeitung von Flugzeugtragflächen gibt.

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Anfangs entwickelte, produzierte und vertrieb Modig Mekaniska Verkstad AB vor allem Bohrmaschinen und Drehbänke. Da die Produkte aus dem schwedischen Wald durch ihre hohe Qualität und Leistungsfähigkeit zu überzeugen wussten, belieferte Modig in der Folge schon 1950 Kunden aus England, den USA und Südafrika.

Heute hat Modig Machine Tool Niederlassungen in 14 Ländern in Europa, Asien, Nordamerika und dem Mittleren Osten. Aus der mechanischen Werkstatt ist ein Hightech-Lieferant geworden, der aktuell etwa 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Zentraler Zielkonflikt gelöst

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Alle Großen der Luftfahrtbranche ordern bei Modig – von Airbus und Boeing über Bombardier und Cessna bis hin zu Saab. Denn die Maschinen aus Virserum lösen einen zentralen Zielkonflikt offenbar besser als der Mitbewerb. Sie sind außergewöhnlich leistungsfähig und schnell – und sie arbeiten dennoch extrem genau. Viele Hersteller fertigen deshalb große Tragflächenteile bevorzugt mit den CNC-Spezialmaschinen der Schweden. »Wir fertigen den Ferrari in der Branche«, unterstreicht David Modig, geschäftsführender Gesellschafter von Modig Machine Tool, selbstbewusst.

RigiMill zum Beispiel, die größte und mit einem Preis von drei Millionen Dollar auch teuerste Maschine von Modig, bearbeitet metergroße Metallteile um 30 Prozent schneller als vergleichbare Maschinen anderer Hersteller. Modig beteuert: »Das garantieren wir sogar vertraglich.« In einer RigiMill stecken übrigens gut 2.000 Stunden Arbeit. Daher verlässt nur etwa alle drei Wochen eine dieser Maschinen die Produktionsstätte in Virserum.

Breites Produktspektrum

Der stabile und dauerhafte Erfolg von Modig liegt nicht zuletzt an den Zutaten, aus denen er sich speist: Ideenreichtum, kompromisslose Qualität und Mut. Letzteres kommt nicht von ungefähr, schließlich bedeutet »modig« ins Deutsche übersetzt »mutig«.

In Sachen Qualität haben die Schweden bekanntlich den Ruf, konsequent bis ins kleinste Detail zu sein. Deshalb bezieht Modig fast ausschließlich Kabel und Stecker von Lapp Miltronic AB, der schwedischen Lapp-Tochter in Nyköping. »Das breite Produktspektrum und der erstklassige Support sind wichtige Gründe, dass wir Lapp als Lieferant für Verbindungssysteme ausgewählt haben«, sagt Tony Carlzén, bei Modig zuständig für die Beschaffung.

Die Liste der Teile, die Lapp 2018 an Modig geliefert hat, umfasst annähernd 300 Positionen. Sie reicht von der Ölflex-Steuerleitung über Skintop-Kabeldurchführungen bis hin zu Epic-Steckern. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf mehrere 100.000 Euro im Jahr. Bisweilen sind in einer einzigen Maschine 700 Meter Leitungen verbaut, der Großteil davon in Energieketten.

Apropos Ideenreichtum: Das Konzept der Maschinen entsteht auch heute noch fast komplett in den Köpfen von Percy und David Modig. Allerdings hat natürlich auch hier die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Die Ideen der beiden Firmeninhaber werden mit modernster CAD-Software in konstruktionsreife Pläne umgesetzt.

Bevorzugter Lieferant der Schweden wird übrigens nur, wer über Jahre hinweg nachweislich gleichbleibend hohe Qualität liefert. Außerdem wird ein weiteres Kriterium immer wichtiger: Die Partner müssen mit einer soliden Bedarfsprognose und ausreichend Lagerpuffer arbeiten, um bei Bedarf jederzeit kurzfristig »on time« liefern zu können.

Die Zusammenarbeit zwischen Modig und Lapp Miltronic reicht zurück bis in die frühen 1990er-Jahre. Damals bezog Modig von der heutigen Lapp-Tochter nur Kabel. Heute umfasst das von den Schweden abgerufene Portfolio viele weitere Produkte und Komplettlösungen der Verbindungstechnik. Die langjährige Partnerschaft basiert nicht zuletzt auf den zentralen Eigenschaften des Zulieferers: Qualität und Liefertreue, Flexibilität, exzellente Serviceleistungen und hohe technologische Kompetenz.

Produkte in Premiumqualität

Weshalb der Weltmarktführer für integrierte Lösungen der Kabel- und Verbindungstechnologie auch als Technologieführer seiner Branche gilt, wird unter anderem am Rundsteckverbinder Epic LS-3 deutlich. Dieser Leistungsstecker zur Energieversorgung und für Servoantriebe ist ein Produkt in Premiumqualität – zu einem Premiumpreis.

Selbstverständlich hat Carlzén auch preisgünstigere Alternativen von Wettbewerbern geprüft, ehe er sich für diese Steckverbinder entschied. Das Ergebnis: »Keiner hat unsere Qualitätsansprüche erfüllt.«

Vor Kurzem hat Modig eine neue, voll digitalisierte Fabrik in der Hafenstadt Kalmar, etwa hundert Kilometer vom Stammsitz Virserum entfernt, gebaut. »In Kalmar werden wir leichter das Personal finden, das wir für unsere Expansionspläne brauchen«, erklärt Modig einen der Gründe für den neuen Standort. Das neue Firmengebäude ist 70 Meter lang. Hinter der silbernen Metallfassade werden künftig Forschung, Endmontage, Kundencenter und Büros untergebracht. Insgesamt stehen dem Unternehmen in Kalmar rund 8.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Schon jetzt sei klar, dass Lapp auch für den neuen Standort als Lieferant gesetzt sei, erklärt Einkäufer Carlzén. Man habe »ein gemeinsames Ziel: immer bessere und kosteneffektive technische Lösungen für unsere Kunden.«

SPS: Halle 2, Stand 310