Gewaltig schlägt die Exzenterpresse mit ihrem Kolben auf das rotglühende Eisen. Jedes Mal vibriert dabei die Halle der Krenhof AG. Geschickt fassen Männer die geschmiedeten Teile mit langen Eisenzangen und schichten sie in große Metallkörbe. Zwar schimmert nur wenige Meter entfernt das bläuliche Display eines Noax-Industrie-PCs, dennoch hat dieser Prozess immer noch etwas Archaisches. Mit ihrer Kernkompetenz im Schmieden versteht sich Krenhof primär als Rohteileanbieter für Gesenkschmiedeteile. In besonderen Fällen übernimmt sie allerdings auch Zerspanungsaufgaben. Zu den Produkten des Unternehmens gehören Beschlagteile für die Schalungstechnik und Kettenindustrie aber auch Zahnräder, Wellen, Flansche, Pleuel und Ähnliches für die Auto- mobilindustrie. Zudem produziert es eine Reihe verschiedener Schmiedeteile für den Maschinenbau, die Bahn oder Landmaschinen.

ANZEIGE

Um die genannten Produkte und Halbzeuge herzustellen, müssen die Metallteile zuerst zugeschnitten werden. Danach werden sie auf Temperaturen zwischen 950 und 1.200 Grad Celsius erhitzt. Mit hohem Druck, den der mächtige Kolben einer Exzenterpresse erzeugt, wird das heiße Metallteil zwischen zwei Gesenkhälften umgeformt. Anschließend werden die Werkstücke mit Wärme behandelt, um Spannungen innerhalb der Teile abzubauen, die sie eventuell verformen könnten. Da sich auch bei derartigen Prozessen ein beachtliches Rationalisierungspotenzial ausschöpfen lässt, ist eine lückenlose Datenerfassung in der Produktion unabdingbar. Diese Aufgabe übernehmen seit einigen Jahren die robusten Industrie-PCs von Noax.

Von Papier zu PC

Vor der Implementierung der Noax-IPCs wurden Informationen über die Produktionsleistung auf Papierformularen festgehalten: Die Mitarbeiter mussten stets ihre Tätigkeit unterbrechen und die Daten handschriftlich notieren. Nach Schichtende brachten Angestellte diese Formulare ins Schreibbüro, wo die Angaben manuell in einen Office-PC getippt wurden. Dieses Vorgehen kostete nicht nur Zeit, es schlichen sich auch immer wieder Irrtümer ein.

ANZEIGE

Da man mithilfe der Industrie-PCs genauere und vor allem aussagekräftigere Informationen erhalten kann, entschloss man sich bei Krenhof, die Betriebs- und Maschinendaten sowie die Personalzeiten automatisch zu erfassen. Wirtschaftliches Produzieren zeigt sich unter anderem an einem bestimmten Output pro Stunde, wie der Vorstand der Aktiengesellschaft erklärt: »Das sind konkrete Kennzahlen. Ohne sie wissen wir nicht, ob wir kostendeckend arbeiten oder nicht. Wir entwickelten einen ersten Maßnahmenplan, um sämtliche Produktionszeiten und Stückzahlen zu erfassen. Das Ziel war eine vollkommen transparente Fertigung.«

 2011 führte Krenhof die Industrie-PCs von Noax ein und installierte darauf die MES-Software der Proxia AG. »Uns wurde dieses Gesamtsystem, das heißt Hard- und Software, empfohlen und die Referenzen waren einwandfrei«, erklärt der Vorstand und führt dann fort: »Natürlich haben wir uns auch andere Produkte angesehen.« Für Noax und Proxia hätten eine Reihe von Kriterien gesprochen: die hohe Performance des Gesamtsystems, der robuste, komplett geschlossene Industrie-PC mit Touchscreen, die modular aufgebaute, laufstabile Softwarelösung mit ihrer intuitiven Bedienoberfläche sowie die moderne Anmutung der Software. Doch nicht nur die Führungsriege schätzt die Performance der robusten Erfassungsterminals von Noax, auch die Mitarbeiter verlangen mittlerweile explizit danach, wie der Vorstand berichtet: »Wenn die Leute in der Produktion Wünsche äußern, kommt als erstes immer: Der IPC ist zu weit weg. Wir brauchen einen hier direkt bei den Maschinen, wo wir arbeiten.«

Auf der einen Seite macht ihre leichte Hand-habung die Terminals für Krenhof so attraktiv. Auf der anderen Seite ist ihre Robustheit für einen Metall verarbeitenden Betrieb wie geschaffen: Schmieden gelten als Prototyp einer rauen Produktionsumgebung.

Wegen der Belastungen in der Produktion lassen sich hier keine herkömmlichen PCs einsetzen: Ruß, Graphitstaub, Metallsplitter, Wasserdampf und Vibrationen würden einen gewöhnlichen Computer innerhalb von wenigen Stunden zum Stillstand bringen. Die komplett geschlossene Bauweise gemäß Schutzart IP65 der Noax-IPCs zählt für die Krenhof AG besonders, denn im Lauf des Produktionsprozesses verwendet die Schmiede eine Graphit-Wasser-Suspension zum Schmieren der Teile. Der extrem leitfähige Graphitstaub entweicht dabei in die Luft und setzt sich an den Oberflächen einschließlich der Hardware ab.

Aufgrund der vollkommen wasser- und staubdichten Konstruktion dringen weder der Graphitstaub noch andere Verunreinigungen in das Innere der Industrie-PCs ein. Davon konnte sich der Vorstand sogar persönlich überzeugen: »Einmal mussten wir einen IPC öffnen, weil wir ein Teil auswechseln wollten. Ich war wirklich erstaunt, wie ordentlich die Bauteile innen verarbeitet waren und vor allem, wie sauber es im Inneren des IPCs aussah – und das trotz der extremen Bedingungen, die bei uns herrschen.« Die ersten Industrie-PCs aus Ebersberg integrierte die Krenhof AG im Jahr 2011 in ihre Prozesse. Nachdem das System implementiert worden war, gingen die Verantwortlichen den nächsten Schritt des Optimierungsprozesses an, wie der Vorstand berichtet: »Mit der Einführung der Berichtspflicht kam der gesamte Verbesserungsprozess erst so richtig ins Rollen. Auch dazu verwenden wir die Industrie-Computer von Noax. Sobald eine Unterbrechung der Produktion einen definierten Grenzwert übersteigt, muss jeder Mitarbeiter über das Kommentarfeld in der BDE-Software die Gründe für die Verzögerung angeben. Beim Produktwechsel beträgt die Schwelle für die Berichtspflicht 80 Minuten, beim bloßen Werkzeugwechsel 15 Minuten. Von da an, so lässt sich nachvollziehen, haben sich unsere Rüstzeiten schlagartig um 40 Prozent gesenkt.«

Datentransparenz sorgt für positive Effekte

Unternehmensführung und Schichtleiter sehen nun sowohl die quantitativen Haupt- und Nebenzeiten als auch die qualitativen Gründe für Maschinenstillstände. Die neue Datentransparenz hat auch für das Führungspersonal Konsequenzen: »Die Einführung von Noax-Industrie-PCs und Proxia MES war die Geburt der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und den Leitungsebenen. Die Mitarbeiter geben uns sofort Bescheid, wenn Probleme auftreten. Wir sind dann aufgerufen, diese Probleme zu beseitigen. Mit dieser beidseitigen Kommunikation begegnen wir uns vertrauensvoll auf Augenhöhe. Das hat die Mitarbeitermotivation und Akzeptanz des Systems stark verbessert.«

Doch darüber hinaus tragen die erfassten Kennzahlen dazu bei, betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Die verantwortlichen Mitarbeiter in der Unternehmensleitung erkennen anhand der Auswertungen durch das MES sofort, ob es beispielsweise besser ist, eine neue Maschine anzuschaffen oder mehr Personal einzustellen.

Außerdem ist es dem Unternehmen gelungen, durch die eingeleiteten Maßnahmen den Erfolgskurs fortzusetzen. Seit mehr als fünf Jahren ermöglichen die Industrie-Computer zuverlässig funktionierende Abläufe in der Produk-tion von Krenhof. Aufgrund der positiven Erfahrungen plant die Unternehmensführung, IPCs und MES-Software auch außerhalb der Produktion einzusetzen.

SPS IPC Drives: Halle 7, Stand 400