Finale. Fünf Fragen an ... Sven Karpstein

Der Geschäftsführer von KBK Antriebstechnik über das Erfolgsrezept des Familienunternehmens und warum Konstrukteure ihre Kupplungen bei ihm kaufen sollten.

02. September 2019
Finale. Fünf Fragen an ... Sven Karpstein
Der Diplom-Ingenieur ist seit 2013 geschäftsführender Gesellschafter der KBK Antriebstechnik GmbH. (Bild: Tom River)

Herr Karpstein, warum sollte ein Maschinenbauer seine Kupplungen bei Ihnen kaufen, wenn er sie im Internet oder bei einem Hersteller aus Asien viel günstiger bekommt?

Zum einen haben wir eine deutlich größere Variantenvielfalt. Zum anderen fertigen wir auftragsbezogen und nicht von der Stange. Das bedeutet, dass wir jede Kupplung nach den Maßen und Werten des Kunden produzieren. Wir passen also unsere Kupplungen an die Anwendung des Kunden an. Würde er seine Kupplung in Asien kaufen, wäre es genau umgekehrt – dann müsste er seine Maschine oder Motorwelle an die Kupplung anpassen. Außerdem verwenden wir ausschließlich hochwertige Materialien und unsere Kunden werden kompetent beraten – auf Wunsch bekommen sie sogar die CAD-Daten ihrer Kupplung.

Aber ist es nicht deutlich günstiger, in Asien zu kaufen?

Nur auf den ersten Blick. Asiatische Hersteller sind da auch nicht wesentlich billiger. Hinzu kommt, dass Kupplungen aus Asien nur wenig Gestaltungsspielraum bieten, da oft nur zwei bis drei Baureihen gefertigt werden. Und ihre Sicherheit kann man nicht mit unseren Standards vergleichen. Das ist aber ein wichtiger Punkt: Auch wenn eine Kupplung nicht viel kostet, ist sie ein kritisches Bauteil. Wenn sie defekt ist, steht die ganze Maschine still. Das kann sehr teuer werden.

Wie garantieren Sie denn den hohen Qualitätsstandard?

Der ist quasi durch unsere Prozesse vorgegeben, die nach ISO 9001:2015 zertifiziert wurden. Jeder Produktionsschritt wird bei uns dokumentiert; das heißt, jeder Mitarbeiter muss unterschreiben, dass er die Vorgaben eingehalten hat. Außerdem führen wir eine Endkontrolle durch: Dabei wird die Kupplung nicht nur auf Maßhaltigkeit geprüft, sondern wir testen auch ihre Rundlaufeigenschaften und Lauftoleranzen. Stichprobenartig machen wir auch Drehmomenttests. Bei den Überlastkupplungen sind sie sogar Standard, weil hier eine fehlerhafte Kupplung schwere Schäden an der Maschine verursachen kann. Wir testen unter anderem, ob das gewünschte Auslösemoment erreicht wird und reproduziert werden kann. Viele Hersteller prüfen das nur theoretisch.

Sie werben damit, dass Sie im Notfall innerhalb von zwei Stunden eine Ersatzkupplung produzieren und verschicken können. Wie ist das möglich?

Durch das Baukasten-System: Wir können unsere Kupplungen auf der Basis einiger Standard-Varianten durch kundenspezifische Bohrungen schnell individualisieren. Und wir sind dank unserer flexibel aufgebauten Produktion in der Lage, jederzeit individuelle Aufträge in unsere Abläufe zu integrieren.

Sie behaupten, dass sich durch den Einsatz Ihrer Produkte 30 Prozent im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten sparen lässt. Das ist eine ganze Menge.

Absolut, aber wir können so günstig produzieren, weil wir die Teilevielfalt stark reduziert haben und dadurch unsere Produktionskosten niedrig halten. Und weil wir keinen personalintensiven Außendienst beschäftigen, sondern unsere Kunden punktuell vor Ort betreuen. Das System der flexiblen, auftragsbezogenen Fertigung ist natürlich auch ein großer Vorteil: Damit können wir selbst kleine Stückzahlen zu niedrigen Preisen produzieren.

Erschienen in Ausgabe: 05/2019

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