Gehäuse

Weil Standard langweilt

Der Lumberg-Gruppe war beides wichtig: die zuverlässige und (kosten-)kalkulierbare Überwachung sicherheitsrelevanter Zustände sowie das Erfüllen ästhetischer Ansprüche durch die Anlage. Auf diesen Versuch ließ sie es mit Unterstützung der Bernstein AG aus Porta Westfalica ankommen.

18. September 2018
Bild: Bernstein AG
Bild 1: Weil Standard langweilt (Bild: Bernstein AG)

Lumberg zählt zu den führenden Anbietern von Steckverbinder- und Kontaktsystemen. Die Kompetenz besteht in der eigenen Entwicklung und Produktion von Steckverbindern, elektromechanischen Bauelementen und mechatronischen Komponenten. Ein Qualitätsversprechen, das sich Lumberg für seine Kunden leistet, ist die hohe interne Fertigungstiefe: Konzeption und Bau von Montagelinien oder auch von Werkzeugen ist eine in vielen Referenzprojekten bewiesene wesentliche Kernkompetenz des Hauses.

Modulares Konzept

Das in dritter Generation inhabergeführte Unternehmen mit 1.300 Mitarbeitern weltweit setzt sowohl für die eigenen Maschinen als auch für Anlagen, die es für seine Kunden entwickelt und baut, auf das CC-4000-Leichtsteuergehäuse von Bernstein, um Bedieneinheiten, IPCs oder Anzeigekomponenten zu kapseln. »Wir waren auf der Suche nach einem Gehäuse, das die technische Ausstattung in unseren Anlagen sicher beherbergen und vor Beschädigungen schützen kann. Doch jede neue Anlage, die wir für unsere Kunden bauen, bringt auch andere Anforderungen mit sich.

Eine Standardlösung hätte uns nicht weitergeholfen. Mit Bernstein haben wir einen Partner gefunden, der genauso flexibel und individuell agieren kann, wie wir selbst es für unsere Kunden tun«, begründet Rainer Schwinefot von Lumberg die Entscheidung. Seit 2017 sind über 100 Gehäuse von Bernstein bei Lumberg zum Einsatz gekommen – weitere folgen. »Das CC-4000 punktete, weil es mithilfe eines modularen Konzepts besonders unkompliziert auf spezifische Wünsche anzupassen ist«, erklärt Christoph Heselmeyer, der für die Bernstein AG die Umsetzung des Projekts bei Lumberg begleitet.

Umfassendes Portfolio

Bernstein bietet ein umfassendes Portfolio an Gehäusen, Bedienterminals und Tragsystemen sowie industrieller Sicherheitstechnik – individuelle Lösungen, die international gültige Sicherheits- und Maschinenrichtlinien erfüllen. Die Aluminiumprofile des CC-4000, das Lumberg überzeugte, kann auf jede gewünschte Länge zugeschnitten und mit Aluminium-Eckmodulen flexibel zusammengesetzt werden. Kombiniert ein Kunde darüber hinaus unterschiedliche Aluminiumprofile miteinander, wird das Gehäuse beliebig tief und bietet den gewünschten und benötigten Raum für die Bedieneinheit. 

Im nächsten Schritt ist eine Anbindung an die Maschine erforderlich: »Die Auswahl des passenden Tragsystems berücksichtigt das Gewicht des Gehäuses, die Position des Bedieners und den Winkel, in dem er auf den Bildschirm schaut. Drehen, Neigen, Kippen, Hängen, Stellen – grundsätzlich ist alles möglich«, versichert Heselmeyer. Er verweist dabei auch auf individuell für den jeweiligen Steckverbindertyp konfigurierbare Halbautomaten, die ebenfalls eine Entwicklung der Firma Lumberg sind und mit Bernsteins CC-4000 ausgestattet wurden. Dabei handelt es sich um Halbautomaten, die dem Bediener das Abisolieren des Kabels und Anschlagen der Kontakte für Lumbergs Steckverbinder erleichtern.

Beliebige Farbgestaltung möglich

Neben verschiedenen Breiten, Höhen und Tiefen sind noch weitere Variationen des CC-4000 umsetzbar: integrierte Griffleisten, eine beliebige Farbgestaltung oder eine Frontplattenbearbeitung mit Siebdruck oder Gravur. Lumberg entschied sich bei seinen Gehäusen für eine Gestaltung in leuchtendem Grün – entsprechend seines Corporate Designs.

»So wird auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich um eine Anlage aus dem Hause Lumberg handelt. Diese Wiedererkennbarkeit war uns wichtig«, so Schwinefot. Derzeit schmieden die Unternehmen Pläne für eine weitere Zusammenarbeit: »Neben den CC-4000-Gehäusen interessiert sich Lumberg auch für den Smart Safety Sensor SRF zur sicheren Überwachung«, freut sich Heselmeyer.

Neuentwicklung mit Auszeichnung

Der SRF (Safety RFID) überwacht beweglich trennende Schutzeinrichtungen, beispielsweise Klappen, Türen oder Schutzgitter. Dieser besonders kleine Sensor bewahrt Mitarbeiter vor Verletzungen, indem er Maschinen und Anlagen abschaltet oder erst gar nicht in Betrieb nimmt, solange die trennende Schutzeinrichtung nicht ordnungsgemäß geschlossen ist.

»Nach und nach werden wir auf den SRF von Bernstein umrüsten«, bestätigt Schwinefot. Seinen besonderen Fokus hat Bernstein bei dieser Neuentwicklung auf das zum Sensor zugehörige Diagnose-system gelegt: Es liest eine Vielzahl an Daten aus und macht sie zentral und flexibel im Sinne einer intelligenten Produktion verfügbar. Die Diagnosedaten werden beispielsweise über I/O-Link in die Maschinensteuerung eingelesen oder alternativ per NFC-Technologie auf dem Smartphone angezeigt. 

Jüngst erhielt der Smart Safety Sensor SRF sogar eine Auszeichnung für hohe Designqualität: als Preisträger des Red Dot Award 2018.

Erschienen in Ausgabe: 05/2018

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