Wo Roboter Roboter herstellen

ABB hat mit dem Bau seiner neuen Produktions- und Forschungsstätte für Robotik in China begonnen. Die neue Fabrik wird modernste Fertigungsprozesse anwenden, einschließlich selbstlernender Maschinen und digitaler sowie kollaborativer Lösungen.

18. September 2019
Wo Roboter Roboter herstellen
ABB hat in Kangqiao bei Shanghai den Grundstein für seine neue Roboterfabrik gelegt. Laut dem Unternehmen soll das Werk die fortschrittlichste, flexibelste und am höchsten automatisierte Fabrik des globalen Robotiksektors werden. (Bild: ABB)

Das Werk mit einem Investitionswert von insgesamt 150 Millionen US-Dollar soll Anfang 2021 den Betrieb aufnehmen. Es entsteht in Kangqiao bei Shanghai auf einer Fläche von 67.000 Quadratmetern.

Laut ABB soll das Werk die fortschrittlichste, flexibelste und am höchsten automatisierte Fabrik des globalen Robotiksektors werden – ein Werk, in dem Roboter Roboter herstellen. Die neue Fabrik wird zudem über ein Forschungs- und Entwicklungszentrum verfügen, in dem Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz vorangebracht werden sollen.

„Die Errichtung der neuen Roboterfabrik ist ein Meilenstein in der Entwicklung von ABB in China und festigt unsere Führungsstellung auf dem größten Robotikmarkt der Welt“, so Peter Voser, Verwaltungsratspräsident und CEO von ABB. Politische Vertreter, ABB-Kunden und Führungskräfte des Unternehmens nahmen an der Grundsteinlegung teil.

An Stelle von fixen Fertigungslinien wird die Produktion überwiegend an Automationsinseln erfolgen. Auf diese Weise können sich die Roboter frei von Station zu Station bewegen, was mehr Individualisierung und Flexibilität.

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) werden die Produktionsroboter dabei mit den notwendigen Teilen versorgen. Gleichzeitig werden Kollaborationstechnologien eingesetzt, so dass Mensch und Roboter sicher Seite an Seite arbeiten können.

Die Fabrik ist als komplettes digitales Produktions-Ökosystem konzipiert. Alle physischen Objekte, also jede Maschine, jeder Roboter, autonome Transporteinheiten, aber auch das Fabrikgebäude, werden durch digitale Abbilder, sogenannte Digitale Zwillinge, repräsentiert. Fertigungsprozesse werden ebenfalls zuerst digital simuliert, bevor sie umgesetzt werden. Mit Hilfe eines Systems, das auf maschinellem Lernen beruht, wird das Unternehmen die Roboter noch während der Montage prüfen und damit höchste Qualitätsstandards gewährleisten.

Mit seinen Robotiklösungen bedient der Konzern eine breite Kundenbasis in Asien. Das Unternehmen geht davon aus, dass der weltweite Umsatz mit Robotern von heute 80 Milliarden US-Dollar auf 130 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 steigen wird.

ABB Robotics betreibt weltweit drei Fabriken: Das neue Werk in Shanghai, welches die jetzige Fabrik dort ersetzen wird, wird Kunden in Asien unterstützen. Die Fabrik im schwedischen Västerås beliefert Kunden in Europa und das Werk in Auburn Hills, Michigan, bedient den amerikanischen Kontinent.

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